Hamburg Cruise Days: Nordisches Kreuzfahrt-MekkaAufeinandertreffen der Luxushotels der Weltmeere im Hamburger Hafen
Dass eine Seefahrt nicht nur lustig sein kann, wissen Hamburger schon lange -
denn das Kreuzfahrt-Geschäft boomt, wie jetzt jeder im Hamburger Hafen erleben kann.
Noch gehören die Cruise Days nicht zu den festen Institutionen im Hamburger Veranstaltungskalender, doch vom 30. Juli bis zum 03. August 2008 hat es trotzdem den einen oder anderen Neugierigen und Fan an den Hafen der Hansestadt verschlagen, wo Luxus und Glamour moderner Ozeankreuzer lockten. Wer sich kein Ticket für eine der zahlreichen Kreuzfahrten leisten konnte oder wollte, die zahlungskräftige Passagiere an die Sonnenseiten der Welt schippern, konnte trotzdem einen Hauch von elitärer Weltumseegler-Romantik erschnuppern. Schließlich üben die Flaggschiffe der luxuriösen Seeverschickung wie das Traumschiff MS Deutschland oder die Flotte britischer Königinnen der Freedom-Klasse eine faszinierende Anziehungskraft aus, die selbst hafenkundige Küstenbewohner immer wieder zum Staunen bringt. Moderne Zeiten: Kreuzfahrtschiffe samt Fünf-Sterne-LuxusWar die Auswahl an stilvollen Schaluppen im letzten Jahrtausend noch recht überschaubar, mit denen man in See stechen, fremde Kontinente umschippern und den einen oder anderen Eisberg entdecken konnte, so ist das heutige Angebot an Luxuskabinen deutlich reichhaltiger. Früher bestand Wellness an Bord hauptsächlich darin, die Seemeilen zum nächsten Hafen ohne Brechreiz zurückzulegen und sich von Besatzungen mit Stehgeigern an Deck fernzuhalten. Heutzutage werden jährlich moderne Kreuzfahrtschiffe vom Stapel gelassen, deren Fünf-Sterne-Luxus eben auch beinhaltet, vom traditionellen Ungemach der Seefahrt verschont zu werden. Skorbut unter Reiselustigen scheint endgültig ausgerottet durch den Siegeszug der exotischen Buffetdekoration – doch Tütchen zum spontanen Verstauen des Halbverdauten wird es wohl weiterhin an Bord geben. Allerdings auch während der Cruise Days nur für reguläre Passagiere. Sehvergnügen im Großformat an mobiler ReisetechnikHamburger lieben scheinbar mobile Reisetechnik besonders dann, wenn man bequem sein Einfamilienhaus samt der nahen Einkaufspassage, dem Sportplatz und der nächsten U-Bahnhaltestelle dahinter verstecken könnte. Die ersten Flüge der Airbus-Giganten über Hamburg haben ebenso zu Kamera-bewaffneten Pilgerfahrten geführt wie die Manöver der letzten Jahre von Kreuzfahrt-Riesen oder die Taufe der AIDAdiva 2007 im Hamburger Hafen. Ob nun der schwimmende Florida-Ersatz Queen Mary II oder andere maritime Mitglieder der Königinnen-Familie die Elbe heraufkamen – echte Enthusiasten warteten am Elbufer, sehnsüchtig das Objektiv im Anschlag. Schließlich ist das nicht irgendeine Transatlantik-Barkasse, die da im Hafenbecken festmachte, sondern das längste Passagierschiff der Welt. Wenn schon nicht nüchterne Maße wie der Rauminhalt von 148.873 BRZ (BruttoRaumZahl als offizieller Nachfolger der BruttoRegisterTonne), eine Höhe von knapp 72 Metern und Baukosten von 870 Millionen Euro überzeugen, so tut es – zumindest bei der männlichen Weltbevölkerung – die Motorleistung von 157.000 PS. Volle Kraft voraus durchs "Tor zur Welt"Tatsächlich ist das Geschäft mit der Kreuzfahrt-Kundschaft nicht nur einträglich für die alteingesessenen Reedereien wie Cunard und Peter Deilmann, sondern längst selbst zum mächtigen Wirtschaftsmotor der Hansestadt geworden. Die bereits vorzeigbaren Passagierzahlen des Kreuzfahrt-Terminals in der HafenCity von 113.000 im Jahr sollen sich bis 2010 verdreifachen, was nicht nur mehr Einnahmen aus dem Tourismus (über 90 Millionen Euro in 2007) bedeutet, sondern auch erneut Hamburgs traditionellen Beinamen "Tor zur Welt" rechtfertigt. Ein weiteres Terminal-Gebäude für den ehemaligen Englandfähren-Anleger im Altonaer Fischereihafen ist bereits in Planung. Auch wenn abzuwarten bleibt, ob der alte Charme der Hafenkante erhalten bleibt und nicht vollends den Großinvestoren und ihrem Geschäftssinn zum Opfer fällt – wie schon drei Jungs aus dem Hamburger Umland feststellten: "Samstagabend, 'n Kööm und 'n kühles Blondes – Und auf die Schnelle noch 'ne Fischfrikadelle – Denn schon Störtebeker wusste, dass der Norden rockt – Und hat mit seim Kahn hier gleich angedockt". Blau machen im Hamburger HafenNicht nur zum frühmorgendlichen Einlaufen vereinzelter Kreuzfahrer-Träume oder auf der an den Hafen angrenzenden Reeperbahn haben die Hamburger so ihre Erfahrungen mit dem fröhlichen Blaumachen gesammelt, denn auch zum Sommermärchen der Fußball-WM erleuchteten die Blue Goals der lokalen Lichtgestalt Michael Batz ausgewählte Dächer der Hansestadt. Nach anfänglich angemessener hanseatischer Skepsis nahmen die Hamburger das als stimmungsvolles Stadtmarketing hin, was ihnen bei den aktuellen Plänen wohl auch gelingen wird. Vom neuen Cruise Center über den Fischmarkt und die Docks von Blohm und Voss bis zu den Landungsbrücken und der HafenCity wurden auch 2008 Objekte und Gebäude wie der Kaispeicher A mit Leuchtmitteln versehen, die zusammen mit großen Feuerwerks-Vorhaben zu einer beeindruckenden Beleuchtung des Hafens führten. Weiterhin erwarteten die Besucher bei feinstem Hamburger Sommerwetter ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Theater, Ausstellungen, Konzerten sowie der "Hamburg Cruise Night" mit Partys auf dem Wasser. Es wird ein volles Programm der Hamburg Cruise Days 2010 vom 30. Juli bis zum 01. August im Hamburger Hafen um die erwarteten Luxusliner MS Deutschland, AIDAaura, AIDAluna, MS Astor, Columbus und das etwas verwegen benannte Mein Schiff der TUI Cruises. Doch auch alte Bekannte wie die Queen Mary II und die Cap San Diego könnten wieder mit von der Partie sein.
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